|
Es begann in Griechenland,
dort wo die Götter, Auserwählten die Gabe
der Wahrsagung verliehen. Die Botschaften waren aber
oft verwirrend, missverständlich und verschlüsselt.
Der Wunsch der Griechen aber war, die Zukunft deutlich
vorauszusehen und ihr erfinderischer Geist half, die
Kunst des Orakels zu perfektionieren. Auserwählte
wurden verehrt und in Orakelstätten, an Heilige
Orte und Tempeln. Untergebracht. Die Alten haben den
Neuen die Heilige Kunst weitergeben somit sind Traditionen
entstanden. Die Wahrsagung wurde zur erlernbaren Wissenschaft
entwickelt.
Im antiken Griechenland war den Griechen jedes Mittel
recht, um in die Zukunft zu sehen bzw. sie deuten zu
können. So sind um die 260 verschiedene Deutungsarten
entstanden. Die bekanntesten Methoden der Orakelbefragung
waren unter anderem die Traumdeutung, das Rauchlesen,
die Astrologie und die Deutungen anhand der Wetterverhältnisse.
Dazu dienten die Wolkenbildungen und die Eingeweide
geopferter Tiere.
Orakel haben Offenbarungen eines Gottes übermittelt,
Träume waren göttliche Botschaften und das
Rauchlesen wurde als Entscheidungshilfe für zukünftige
Pläne, auf Basis tiefer religiöser Trancezustand
genutzt.
Zu den bedeutendsten Orakelstätten gehören
das Orakel von Dodoni, Klaros, Didyma, Olympia, Ephyra
und das Orakel von Delphi, was die wichtigste Rolle
im antiken Griechenland spielte. Einige waren dem Dichtergott
Apollon ( Sohn Zeus) geweiht. Dieser besaß die
meiste geheimnisvolle göttliche Macht.
Was genau sind Orakel eigentlich?
Wozu wurden diese genutzt?
Wo genau befinden sie sich?
Schauen wir uns dazu mal die Kurzgeschichten der Orakel
an:
ORAKEL SIND EIN HEILIGTUM!!!
Orakel sind Orte von zentraler und sehr wichtiger religiöser
Bedeutung und im antiken Griechenland überall verstreut
und präsent. Dennoch gibt es ein paar sehr berühmte
Orakel, die wir hier nennen werden aufgrund ihrer großen
historischen Bedeutung.
Das Orakel von
Dodoni
Der Ort Dodoni befindet sich in Epirus. 18 km von der
Stadt Ioannina am Fuß des Berges Olytsika.
Ein sehr angesehener Ort neben Delphi. Nicht nur wegen
des ältesten Orakels, sondern auch wegen des bekannten
Amphitheaters. Gläubige Menschen kamen aus der
gesamten griechischen Welt um die Götter um Rat
zu fragen. Um eine Deutung zu erhalten waren drei Dinge
ein Muß:
1) drei Tage vorher fasten
2) sich an der nahegelegenen Quelle zu reinigen
3) die Bitte in eine bestimmte Tafel entweder aus Blei
oder Bronze einzugravieren
Die Deutungen wurden nur von Männern bzw. Priestern
gesprochen, obwohl es auch Priesterinnen gab, an der
Zahl genau drei. Zu seiner großen Bekanntheit
kam es durch das Totenorakel und trotz seiner entgültigen
Zerstörung, hat es diese Bekanntheit bis heute
nicht verloren.
Das Orakel von
Klaros
Der Ort Klaros befindet sich in Ionien. 13 km von der
Stadt Kolophon an der Westküste von Kleinasien
(heutige Türkei). Klaros war ein Heiligtum von
Apollon, auf einem Gebiet, dessen Stadt berüchtigt
war für seinen Reichtum und Luxus. Bekannt auch
für die Traumdeutung, dieses wurde unter anderem
auch von Alexander dem Großen aufgesucht um einen
seiner Träume deuten zu lassen. In seinem Traum
gründet er den Berg Pagos. Die Deutung des Orakels
forderte ihn auf die Stadt Smirni aufzubauen. Klaros
ist das einzige Orakelheiligtum der Antike, dessen Orakelkammern
bis heute erhalten blieben.
Das Orakel von
Olympia
Der Ort Olympia liegt auf der Halbinsel Peloponnes.
Olympia eine der berühmtesten Wettkampfstätte
und in der Antike der Austragungsort der Olympischen
Spiele. Eine heilige Stätte, in der Siege durch
Weissagungen des Orakels erzielt wurden. Als Totenorakel
ein gefragtes, aber kein gewöhnliches Orakel, das
in Kriegsangelegenheiten erfolgreiche Deutung gab.
Das Orakel von
Delphi
Der Ort Delphi liegt nordöstlich der Hafenstadt
Patra, jenseits des Golfes von Korinthos. Delphi die
berühmte griechische Weissagungsstätte. Zentrum
der Antike, Siedlung und Kultstätte seit dem 2.
Jahrtausend v. Chr. Bekannt durch die pythischen Spiele
dessen sportliche Wettkämpfe zur Ehre Apollons
stattfanden das lange Zeit der religiöse Mittelpunkt
der gesamten griechischen Welt war. Dort gab es Auskunft
an die Menschen in kultischen und politischen Fragen
aber auch Sühnemaßnahmen bei Blutschuld wurden
angeordnet. In Delphi weissagte den um Rat Suchenden
eine Priesterin, auch Pythia genannt. Pythia war ein
Medium, welches als einzige Frau den Apollontempel betreten
durfte. Bei politischen Angelegenheiten vielen die Formulierungen
zweideutig aus und dennoch ist die Orakelgläubigkeit
der damaligen Zeit bewiesen.
Die ersten Wahrsager und Hellseher
Herophile
- Sie war die Tochter des Gottes Zeus und der Lamia.
Sie gilt als die erste Sibylle (oft gleichgesetzt),
eine Prophetin, die auf einem Felsen saß und unaufgefordert
ihre Voraussagen sang. Seherin von Erythrai (Kleinasien)
- Sie war die berühmteste Sibylle in der Antike
Griechenlands und hat den Fall der Stadt Troja durch
die griechische Allianz vorausgesehen. Sie war so gut,
daß sie den Tod durch Apollons Pfeil gefunden
hat, weil Gott auf ihre Fähigkeiten neidisch war.
Kassandra
- Sie war die Tochter des trojanischen Königs Priamos,
Schwester von Hektor und Paris. Der Gott Apollon verliebte
sich in sie, und schenkte ihr die Gabe die Zukunft vorauszusehen.
Kassandra betrog ihn aber kurz danach mit einem Sterblichen.
Daraufhin belegte Apollon, Kassandra mit dem Fluch.
Kein Mensch mehr, sollte an ihren Voraussagen glauben,
geschweige denn sie ernst nehmen. So warnte Kassandra
vergebens die Trojaner vor dem trojanischen Pferd der
Griechen. Sie glaubten ihr kein Wort, die Geschichte
nahm seinen Lauf und Troja ging unter.
Pythia -
Sie war die Priesterin im Tempel von Delphi. Ihre sehr
präzisen Voraussagen erfolgten anhand des Rauchlesens.
Oft mussten die pythischen Sprüche noch gedeutet
werden, da die Menschen nicht in der geistigen Lage
waren, die göttliche Sprache richtig zu interpretieren.
Sie saß auf einem Dreifuß, der über
einer Erdspalte stand, aus dem Rauchwolken empor stiegen.
Sie war so erfolgreich und berühmt für ihre
Voraussagen, das nach ihrem Tod, das Orakel zum Heiligtum
erklärt wurde. Dort wurden anschließend für
viele Jahrhunderte Pythien ausgebildet, die diese Dienste
geleistet haben.
Sybille von Cumae
- In der Nähe von Neapel (Italien) In einer Sibyllengrotte,
nach alter griechischer Tradition, hat diese berühmte
Sybille ihren Voraussagen anhand der Traumdeutung und
des Rauchlesens gedeutet. Mit sehr großem Erfolg.
Man behauptet sogar, der römische Kaiser Augustus
habe diese Grotte besucht. Sybille von Cumae war die
Erste unter den Sybillen, die nach griechischer Tradition,
außerhalb Griechenlands ihre Gabe getätigt
hat. Viele Weitere in ganz Europa werden ihr in den
Nächten, Jahrhunderte lang folgen.
Orakel und Realität
im antiken Griechenland
Orakelskeptiker, Politiker und Philosophen! Passt das
alles überhaupt zusammen? Im antiken Griechenland
schon. Griechische Philosophen wie Platon ( Schüler
von Sokrates), Aristoteles (Lehrer von Alexander der
Große) und Artemidor von Daldis befassten sich
mit Traumdeutungsbücher, denn sie glaubten es seien
göttliche Botschaften. Selbst die hartnäckigsten
und größten Skeptiker, die alles in Frage
stellten, teilten diesen Glauben. Die Traumdeutung und
das Rauchlesen haben sogar heute noch einen bevorzugten
Platz eingenommen als sehr zuverlässige Deutungsarten.
Kein anderes Volk als die antiken Griechen haben die
paranormalen Phänomene so intensiv geforscht. Ihr
ganzes Wissen wurde später durch die Römer
übernommen und in der ganzen damaligen Welt bekannt
gemacht, aber auch weiterentwickelt. Nach dem Fall Roms,
bis zum Ende des Mittelalters ist dieses Wissen zum
Teil verloren gegangen oder ins vergessen geraten.
Trotzdem ist etwas aus dem Glanz der alten Griechen
immer noch geblieben. Astrologie, Traumdeutung und zum
Teil das Rauchlesen sind heute sehr verbreitet und werden
immer beliebter nicht nur in Europa sondern auf der
ganzen Welt.
Ihr Emanuell Charis
|